14:00 Keiner der Vorsitzenden war bereit zu einer Äußerung. Der Fraktionsvorsitzende der FDP, Dr. Joachim Ritter, nutzte gar den Hintereingang des Rathauses um Pressefragen zu entgehen. Lediglich Fred Fischer stand der wartenden Presse Rede und Antwort. Der suspendierte Bürgermeister kündigte an, gegen die Suspendierung gerichtlich vorzugehen.
Eine Einschätzung der Geschehnisse folgt in Kürze auf mein Perleberg.
13:00 Vor etwa einer halben Stunde trudelte in der Redaktion ein Fax ein, laut dem “Bürgermeister Fred Fischer von seinen Amtsgeschäften enthoben” wurde. In dem Fax teilt der stellvertretende Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Frank Rüdiger-Gottschalk (CDU) mit, dass der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 12.04.2012, der Fischers Ernennung zum Bürgermeister zurücknahm, gültig ist und mit dem heutigen Tage umgesetzt wird. Somit wird Fischer die Ausübung seiner Dienstgeschäfte verboten.
An seine Stelle tritt der stellvertretende Bürgermeister Hans Rothbauer und übernimmt Fischers Amtsgeschäfte.
Weitere Informationen finden sie hier.
Leider war keiner der Vorsitzenden bisher zu einer Stellungnahme bereit. Auch Rüdiger-Gottschalk, Rothbauer und Fischer halten sich weiter bedeckt.
04.05.2012 10:00 Im Rathaus versammeln sich die Fraktionsvorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung.
18.00 Uhr Der Stadtverordnete und Linken-Fraktionschef Thomas Domres und der stellvertretende Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Frank Rüdiger-Gottschalk (CDU), stehen vor dem Eingang des Rathauses, um den Bürgern die Nachricht von der Absage persönlich zu übermitteln. Nach Aussage der beiden sollen die Abgeordneten rechtzeitig über den Ausfall der Sitzung informiert worden sein. Aufgrund welcher Beschlüsse die Sitzung abgesagt wurde, wollten die Beiden nicht sagen.
17:45 Erste Bürger, die eigentlich die Versammlung besuchen wollten, finden sich vor dem Rathaus ein. Die Reaktionen auf die Absage gehen von “unmöglich” bis “Jetzt haben wir auch unseren Wulff”.
17:35 Laut Rudolf Haas soll der Stadtverordnete Rainer Pickert Drohbriefe von Fred Fischer bekommen haben.
17:10 Am Roland versammeln sich Demonstranten zu einer Mahnwache gegen Fischer. Unter ihnen sind mit Hans-Peter Freimark und Rudolf Haas auch alte Bekannte.
16:50 Vor wenigen Minuten erreichte die Redaktion ein Fax des stellvertretenden Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung, Frank Rüdiger-Gottschalk, laut dem die heutige Versammlung auf einen unbestimmten Termin verschoben werden soll.
Begründet wird dies damit, dass Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung noch in einem Prüfungsvorgang sind und dass dieser noch nicht abgeschlossen wurde.
Das Fax finden sie hier.
Text: Stefan Reisener und Bernd Atzenroth, Fotos: Stefan Reisener

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Im Interesse der Stadt Perleberg sollte diese Farce endlich ein Ende haben. Allen Beteiligten sollte der Ruf unserer”Perle der Prignitz” am Herzen liegen. Das verlangt natürlich Fairnis im Umgang, aber vorwiegend Ehrlichkeit und Transparenz- Bitte !
In Bezug auf die Drohbriefe, von denen sich Herr Haas äußert, hätte ich gern welche zu lesen !
Stichwort Ehrlichkeit, Fairness und Transparenz: Das hätte ich mir von einem Bürgermeister einer Kreistadt auch gewünscht. Das Verhalten dieses Bürgermeisters schadet der Kreisstadt in ihrem Ansehen. Statt nach Drohbriefen zu fragen, sollte auch die Linke klar Stellung beziehen, wie sie zu diesem Bürgermeister steht.
Es wäre wirklich sehr schön, wenn dieses Kasperle-Theater ein Ende hätte und die Damen und Herren Stadtverordneten endlich zur Sacharbeit zurückkehren würden. Es geht nicht um einen Herrn Fischer, sondern um die Stadt Perleberg. Die ganze Prignitz lacht sich schon kaputt. Soweit mich meine Erinnerungen nicht trügen, war es schon immer so, dass aus vorherigen Systemen Amts-und Würdenträger übernommen wurden. Das war im Westen wie auch im Osten nach dem Kriege so üblich. Und auch in allen früheren Gesellschaftssystemen war es nicht anders. Nur hatten wir 1989 keinen Krieg. Ich werde das Gefühl nicht los, dass sich einige Leute auf Kosten der Stadt profilieren wollen.
Das soll kein Votum für Herrn Fischer sein, sondern der Aufruf, endlich wieder zum Wohle unserer Stadt an die Arbeit zu gehen. Mit Ehrlichkeit und Offenheit!
Auch wenn das schon immer so war und es auch nach dem Zweiten Weltkrieg versäumt wurde, die alten Funktionäre aus den Ämtern zu entfernen, wird es nicht richtiger. Eigentlich sollte man aus den Fehlern der Vergangenheit lernen.
In einem gebe ich recht, in der Stadt muss Ruhe einkehren, und das geht nur mit einem klarem Schnitt.
Natürlich wird es dadurch nicht richtiger, aber welche Gesellschaftsform hat daraus gelernt!? Bis jetzt doch keine! Deshalb einen Schnitt, aber einen ganz großen! Weg mit diesem ganzen alten Mist, der nur aufhält und immer wieder böses Blut in alle Diskussionen bringt. Jeder soll sich an seine eigene Nase fassen, was früher war und wer er war. Und dann über alle Parteigrenzen sich an die Hände und an das Herz fassen und wieder an die Arbeit gehen und sich in diesen sowie so schon harten nicht immer wieder zu zerfleischen. Was war, können wir nicht wieder zurückdrehen. Wir können nur arbeiten und versuchen, es besser und richtiger zu machen.
Hab die Zeiten vergessen! Entschuldigung!
Leider ist die Situation vergleichbar mit der nach 1945…Man brauchte Systemträger,um weiter arbeiten zu können. Das war auch in den neuen Bundesländern so. Aber die Alternative- 3. Reihe aus den Alt-Bundesländern, die sich hier profilieren und behaupten wollten…, da gab es nur ganz wenige! Da ging es vielfach um Nichts-Können und Versagen und dafür dicke Kohle! Wer für mich nach wie vor eine riesige Ausbahme ist, ist Hans Rothbauer, der, wenn auch angreifbar, für mich menschlich und verwaltungstechnisch immer eine absolute Alternative zu Herrn Fischer war. Ich finde es leider nur konsequent, dass er nicht wieder kandidieren will!
Hinweis, Ihr seit in Uhrzeitangabe ca. 2 Stunden zurück !
Hallo,
das liegt an Servereinstellungen und auf die haben wir leider keinen Einfluss.
MfG.
Eine Frage an die Stadtverordneten: Wer kommt denn als ernstzunehmender Nachfolger in die engere Wahl? Ich sehe da auf weitem Feld keinen ….
Hallo Fred!
Wir sind ganz viele Leute, die ihren Beruf als Beruf begreifen und nicht als “Job”, deshalb geben wir unsere Haltung preis. Da treffen wir uns.
Aber es gibt so etwas wie Ethik – und dieser muss sich ein (wenn auch) gewählter Bürgermeister und auch die Stadtverordnetenversammlung beugen!Und wenn diese nicht fähig ist, nach eindeutig bestimmten Spielregeln zu agieren, dann ist das in einem “Parlamentarischen System” ein schwacher Aufguss shakespearischer Dramen,: und dafür kann man sich als Bürger dieser Stadt eigentlich nur schämen.
Was ich hiermit öffentlich tue !
Die derzeit in Perleberg stattfindende Kampagne gegen Bürgermeister Fischer ähnelt in fataler Weise der, die im vorigen Jahr in Schönberg/ MVP zu Gunsten des stasibelasteten Bürgermeisters Herrn Heinze ein für dessen Gegner unrühmliches Ende fand. Deutlich zu erkennen war in Schönberg ähnlich wie in Perleberg, dass die Stadtverordneten die Mehrheit der Bürger auch nicht hinter sich hatten. Was aber viel fragwürdiger erscheint ist, dass sich die These von Peter-Michael Diestel, nachzulesen in „Aus dem Leben eines Taugenichts“, wieder einmal zu bestätigen scheint. „Es hat – mit Verlaub – manchmal den Anschein, als hätte man an die Ostdeutschen kleine Schwerter verteilt, mit denen sie sich nun in einer Arena zur Unterhaltung von Westdeutschen einen Schaukampf liefern. Einen Kampf, der übrigens in der Regel im Osten keinen Gewinner hat und der zumeist einem Westler mehr zu einem Job im Osten verhilft, einen störenden Ost-Politiker mehr demontiert oder zumindest ins Abseits befördert und der so wunderbar von den wirklichen Problemen im Land ablenkt. Ich will es mal ganz zynisch sagen: Manchmal kommt mir die Gauck-Birthler-Behörde wie eine ABM-Firma für Westler vor, für die sich bürgerbewegte Ostdeutsche in verstaubten Stasi-Aktenregalen die Finger schmutzig machen. Mit seriöser Geschichtsaufarbeitung hat das nichts zu tun. Dieser Irrglaube an den Wahrheitsgehalt der Stasi-Akten ist aberwitzig: Auf der einen Seite weiß doch jeder, dass Geheimdienstler professionelle Lügner sind, und auf der anderen Seite werden diese Lügen dann nachträglich zur Wahrheit erhoben, wenn es politisch opportun ist.“ (Seite 104/105 „Diestel Aus dem Leben eines Taugenichts?“)
Man sollte eine andere Frage stellen,wer profitiert davon,dass Fred Fischer abgesetzt wird.Ich habe die ganze Sache lange und aufmerksam verfolgt und kann mich des Eindrucks nicht erwehren,das hier persönliche Belange eine große Rolle spielen.
Mit Demokratie hat die Suspendierung nichts zu tun,denn der Bürgermeister wird ja von den Bürger gewählt und kann auch nur von diesen wieder abgewählt werden.Interessant ist auch,dass einige Stadtverordnete sich zu diesem Thema nicht äußern wollen und den Hinterausgang benutzen.Transparenz sieht anders aus.
Ich finde es ziemlich erschreckend, dass der Täter immer mehr zum Opfer wird und die demokratisch gewählten Abgeordneten immer mehr zu Tätern deklariert werden. Das ist verkehrte Welt für mich und ein Schlag ins Gesicht von Stasiopfern. Oja, die gibt es wirklich, obwohl manch einer dies am liebsten garnicht mehr wissen will.
Und die Aufregung über die Suspendierung verstehe ich auch nicht. Wenn einem Arbeitnehmer nachgewiesen wird, dass er seinen Lebenslauf gefälscht hat, erhält er in der Regel die Kündigung. Wenn eine Person des öffentlichen Lebens in einer so entscheidenen Sache die Unwahrheit sagt und das Parlament und die Wählerschaft täuscht, dann darf diese Person bleiben? Ich sage, gleiches Recht für alle.
Die Suspendierung ist nur konsequent und ich erwarte auch, dass Abgeordnete ihre Verantwortung wahrnehmen. Und wie einem Arbeitrnehmer so ist auch dem Bürgermeister vorbehalten, Rechtsmittel einzulegen.
Wer allerdings mitbekommen hat, wie das alles heute abgelaufen ist, hätte den Eindruck haben können, dass Fischer der strahlende Sieger des Tages ist. Das (Nicht-)Auftreten und kollektive Wegtauchen seiner Gegner gegenüber der versammelten Presse war peinlich. Fischer hatte es da ziemlich leicht, die Stimmung vor der Tür in seinem Sinne zu drehen. Der eigentliche Sachverhalt oder gar das Stasi-Opfer spielten hier überhaupt keine Rolle. Ich konnte es mir nicht nehmen lassen, das für die morgige MAZ zu kommentieren. Warum geht mancher die Stasi-Aufklärung so hart an und möchte dann im entscheidenden Moment noch nicht einmal mit seinem eigenen Gesicht dafür einstehen? Diesen Widerspruch, den ich schon seit längerem beobachte, hat mir noch niemand wirklich auflösen können.
Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen (etwa weil manche meinen, wir würden eine Kampagne fahren): Steht gegen einen Bürgermeister ein Vorwurf wie der einer IM-Tätigkeit im Raum, muss er restlos und von allen Seiten aufgeklärt werden. Dazu wollen wir beitragen – bei uns kam daher selbstverständlich auch das Opfer zu Wort – Fischer aber auch. Es geht dabei aber weniger um das, was er vor 20 Jahren gemacht hat, sondern wie er nun damit umgeht oder im Wahlkampf damit umgegangen ist. Nicht in Frage steht, dass Fischer als Bürgermeister eine gute Figur abgibt, viel bewegt und zu Recht viele Sympathien gewonnen hat.
Ich denke, dass die ganze Sache Bürgermeister auch durch die MAZ geschürt wird. In dieser Zeitung werden nur die Artikel gegen unseren Bürgermeister Fred Fischer veröffentlicht. Mein Artikel wurde schon mehrfach, ohne Begründung, nicht veröffentlicht. Ich versuche (2. Versuch) es deshalb hier erneut. Die Leute, die auf dem Marktplatz vor dem Roland standen suchen überall ihre Aufmerksam zu bekommen. Egal, was es ist. Gegen etwas sein ist zurzeit modern und man macht einfach mit. Für mich ist es eine Hexenjagd.
Unser Bürgermeister Fred Fischer wurde von der Bevölkerung gewählt und die Wähler wussten, dass er früher als Offizier bei der NVA tätig war. Für die Bevölkerung war der Beruf eines Offiziers ein angesehener und ehrenhafter Beruf in der DDR. Für mich ist es selbstverständlich, dass die Offiziere der NVA sehr staatsbezogen arbeiteten mussten und auch Kontakte mit der Staatssicherheit hatten. Man kam schneller dazu, als man es vielleicht für sich vermutet hat.
Schon bei der Wahl gab es damals große Auseinandersetzungen mit den Gegenkandidaten. Schlimm ist nur, dass einige von ihnen noch heute im Rathaus arbeiten, was vermutlich nicht so gut für das Arbeitsklima ist.
Für mich ist die ganze Geschichte Mobbing in der höchsten Form.
Ähnlich wie in Perleberg verlief die Bürgermeisterwahl in Schönberg (Mecklenburg bei Grevesmühlen). Hier hat der Bürgermeister, auch ehemaliger Offizier der NVA, das Gerichtsverfahren gewonnen. Diesen Erfolg gönne ich auch unserem Bürgermeister. Die ganze Angelegenheit ist der Stadt sehr teuer geworden (Nachzahlungen für einige Jahre).
Ich wünsche dem Bürgermeister viel Glück und hoffe, dass er uns als Bürgermeister erhalten bleibt, obwohl er den Perleberger Marktplatz durch die dort bestehende Parkordnung verschandelt hat. Wer setzt sich heute noch gern zwischen die dort parkenden Autos, die einem schon fast über die Beine fahren.
Sehr geehrter Siegmar,
Wir haben einen ihrer Kommentare gelöscht, weil sie es so wollten. Den anderen haben wir veröffentlicht.
http://www.mein-perleberg.de/2012/05/03/was-denken-die-perleberger-jetzt-uber-fred-fischer-eine-kleine-umfrage/#comments
Und anscheinend haben sie nicht den Kommentar des Kollegen Atzenroth gelesen indem er bereits auf ihre Vorwürfe eingegangen ist.
http://www.mein-perleberg.de/2012/05/03/liveticker-aus-der-perleberger-stadtverordnetenversammlung-03-05-2012/#comment-414
MfG.
Hallo,
ich habe noch nie um die Löschung eines Kommentars von mir gebeten. Da wird etwas verwechselt. Eine Information von Herrn Atzenroth habe ich nie bekommen. Vielleicht war er auch nur von der MAZ angedacht.